Presse

Pressestimmen zu Feinkost Decker:

in  Jazzthing 09/2007 Martin Laurentius

Rund um den Jazzstudiengang an der Folkwang Hochschule für Musik in Essen hat sich eine junge Szene gebildet, die in den letzten Jahren mehr und mehr ins Rampenlicht rückt. Ein wichtiger Protagonist dieser neuen Jazz-Community im Ruhrgebiet ist der junge Saxofonist, Klarinettist und Komponist Sven Decker. Zusammen mit seiner Kollegin Katrin Scherer hat er gerade den Weg in die “Selbstständigkeit” gewagt – und mit GREEN DEER MUSIC ein eigenes Label gegründet.
Weil dieses Label ausschließlich eine Plattform für die eigenen musikalischen Arbeiten sein soll, ist als erste Veröffentlichung die gleichnamige CD seines Bandprojektes Feinkost Decker erschienen, dessen neun Stücke live im TIV Mitte Februar 2007 in Saarbrücken aufgenommen wurden. Mit ihrer frischen und vitalen Improvisationsmusik überspringen Decker und Scherer im Quartett mit Stefan Scheib (Bass) und Jochen Krämer (Drums) frech und neugierig, risikobereit und wagemutig Grenzen und offenbaren ein großes Potenzial an herausragendem Musikantentum. Das hat Klasse und lässt vor allem eins nicht vermissen: Spielwitz (GREEN DEER MUSIC/phonector)

CD- Besprechung Feinkost Decker (GREEN DEER MUSIC/ GDM 01) im JazzPodium 07/08 2007 von Thomas Volkmann

,, No pain for cakes‘‘ hieß 1991 ein Stück der Lounge Lizards. Prägend für deren Sound waren die Wechselspiele der beiden Saxophonisten John Lurie und Michael Blake. Als deren Erben auf deutschem Boden könnte man heute die Formation ,, Feinkost Decker ‘‘ bezeichnen, die ihrem Bandnamen entsprechend- und dies sei als vielleicht etwas seltsame Herleitung erlaubt- ja auch alles andere wollten, als Qualen durch Kuchengenuss zu erzeugen. Ihr, gerne kammermusikalischen Konventionen, gehorchender Sound jedenfalls ist wie einst bei den Lounge Lizards lyrisch, erfrischend, progressiv, gerne mal auch schrägtönend und gerne an der Schwelle zu Rock und freier Improvisation (Zappa un Zorn lassen grüßen!)
Einen großen Unterschied allerdings gibt es zu den Lizards: die Feinkost- Musikanten kommen bei ihrem im Februar in Saarbrücken live mitgeschnittenen Debüt ohne Trompete, Gitarre, Cello und Vibraphon aus, zimmern ihre assoziationsreich auf Titel wie ,, Trillerpfeife‘‘, ,, Pankreas Punk‘‘, ,,Waldgeister‘‘, oder ,, Suppenkasper‘‘ hörenden Kompositionen allein mit Holzbläsern (Sven Decker und Katrin Scherer), Kontrabass (Stefan Scheib) und Schlagzeug (Jochen Krämer) zusammen. In der Abstimmung ihrer Zutaten erweisen sich die Jazz- Verkoster aus Essen (sic!) als gleichberechtigte Könner eines zeitgemäßen Jazz!

CD- Besprechung Feinkost Decker (GREEN DEER MUSIC/ GDM 01) im coolibri (August 07)

Feinkost ist nicht jedermanns Sache- einen eingefleischten Pommesfan wird man kaum von der Köstlichkeit französischer Schnecken überzeugen können. Ganz ähnlich verhält es sich mit der Musik; so ist der zeitgenössische Jazz von Feinkost Decker wohl nichts für Bravo- Hits- Sammler. Aber Freunde der anspruchsvollen und handgemachten Jazzmusik dürfte der Essener Sven Decker mit seinem Quartett ansprechen: progressiv, bisweilen in den Freejazz abdriftend, schwankt die selbst betitelte Debüt- CD zwischen kammermusikalischer Komposition und ”eruptiven Improvisationen”. Die Stücke erzählen Geschichten und laden zum Abschalten und Lauschen ein. Feiner Jazz für Kenner!

Pressestimme (Auszug aus der SZ vom 17. Februar 2007 von Stefan Uhrmacher)

Ein herausragender Abend „Feinkost“ bei den ini art Konzerten im TiV Eine Legion hochwertiger Mikrofone auf der kleinen Bühne des gut besuchten Theaters im Viertel (TiV) signalisierte: Hier wurden am Donnerstag Aufnahmen für eine CD gemacht. In die Konserve wanderte der Auftritt der Band Feinkost“ im Rahmen der ini art Konzerte…. …..Die Bläserfront des Vierers aus Saxofonen und Klarinetten bilden die beiden jungen Folkwang Absolventen Katrin Scherer und Sven Decker. Sie stammen ebenfalls aus dem Saarland und zeichnen für die Feinkost“ Kompositionen verantwortlich. Und die sind durchweg hochkarätig. Dabei verrieten drückende gemeinsame Saxofon Riffs, knifflig zerrissene Figurationen, spannungsreiche Intervallführungen und pfiffig ineinander greifende Linien nicht nur Ideenreichtum und satztechnisches Know how – sie wurden hier darüber hinaus auch noch erfreulich punktgenau realisiert, in teils beinahe traumwandlerischem Miteinander. So wuchs auf der Grundlage des vitalen und variantenreichen Rhythmusfundaments von Scheib und Krämer eine höchst energetische Musik. Ehrensache, dass vor eingeschalteten Mikrofonen jeder auch bei den Soli sein Allerbestes gab. Also durfte ini art einen herausragenden Abend verbuchen. Begeisterter Applaus. (uhr)

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